Video-Reparaturtest für angehende KFZ-Mechatroniker/innen optimiert: Prüfungstool für Gesellenprüfungen

Um die Reparaturkompetenz angehender Kfz-Mechatroniker/-innen besser überprüfen zu können, wurde an der PH Ludwigsburg ein videobasiertes Testinstrument entwickelt. Nach der Validierung soll es als Prüfungstool in Gesellenprüfungen eingesetzt werden.

Bildschirmfoto eines Films, der das Messen einer Bremsscheibe zeigt

Videotest "Bremsanlage": Ausschnitt zur Kfz-Reparatur

Im Projekt DigiDIn-Kfz werden Diagnose- und Reparaturkompetenzen angehender Kfz-Mechatroniker/-innen mit Hilfe verschiedener computerbasierter Tests erfasst. Eines der hierfür entwickelten Testinstrumente ist videobasiert: Den Auszubildenden werden Videos einer Kfz-Reparatur gezeigt und anschließend Fragen zu den Videos gestellt. Bei diesen Fragen waren im ersten Testlauf keine vorgefertigten Antwortmöglichkeiten vorgegeben.

Aufgaben und Antwortoptionen sollen zur fachlichen Vorstellungswelt der Azubis passen

Die frei formulierten Antworten der Mechatroniker und Mechatronikerinnen wurden nach ihrer Häufigkeit kategorisiert – und zwar sowohl korrekte als auch falsche Antworten. Aus den am häufigsten gegebenen Antworten wurden in einem nächsten Schritt vorgegebene Antwortoptionen zum Ankreuzen entwickelt. Durch diese Herangehensweise, bei der sowohl Musterlösungen als auch Falschantworten aus frei formulieren Antworten generiert werden, wird die fachliche Vorstellungswelt der Azubis realistisch abgebildet. Der Vorteil geschlossener Aufgabenformate ist, dass die Lösungen nun während der Bearbeitung am Computer in Echtzeit ausgewertet werden können – vollautomatisch und damit ökonomisch und objektiv.

Balkendiagramm, das zeigt, wie häufig Aufgaben für Auszubildende von Fachleuten als fachlich relevant eingestuft wurden

Bewertung aller Aufgaben im Videotest "Bremsanlage": Senkrecht: Häufigkeit der Antworten. Waagerecht: Relevanz für den Beruf.

Ein 25-köpfiges Expertenteam – Lehrkräfte von Berufsschulen, Prüfende der Kfz-Innung und weitere Praktikerinnen und Praktiker aus dem Ausbildungsalltag – beurteilten anschließend die Videos, Aufgabenstellungen und Antwortoptionen auf ihre fachliche Angemessenheit. Das Ergebnis: Den Aufgaben wurde zu 69 Prozent eine sehr hohe und zu weiteren 28 Prozent eine eher hohe Relevanz bescheinigt.

In enger Kooperation mit der Kfz-Innung Stuttgart wird nun der Praxistransfer in die Gesellenprüfungen im Kfz-Handwerk vorbereitet. Zudem sind zwei Studien zur Untersuchung der Validität geplant.

Kontakt: Stefan Hartmann